Discussion in 'Sensoren & Abgleichen' started by Schmeissfliege_Peter, Jun 24, 2008.

  1. Hallo!

    Ich wollte schon immer mal die Drehzahl von einem bürstenlosen Motor messen und zwar ohne optischen Sensor.
    von eagletree gibt es da so einen kleinen Baustein, der an zwei Motorzuleitungen angeschlossen wird. Weiß jemand wie der funktioniert?

    Gruß Peter
  2. Holger

    Holger LogView Team

    Hallo Peter,

    auch z.B. von SM-Modellbau gibt es einen Brushless Sensor.

    Im Prinzip versuchen diese Sensoren trotz der PWM-Anteile aus der Motoransteuerung die Anzahl der Feldkommutierungen des Motors pro Sekunde als Frequenzsignal dem Logger zur Messung anzubieten.
    Das gelingt meist ganz gut, gelegentlich treten aber seltsame Signalsprünge im Logging auf.

    Wie genau willst Du das denn wissen? Mit einer konkreteren Frage fühlen sich bestimmt mehr Leute angesprochen.

    Gruß, Holger
  3. Hallo Holger!
    Vielen Dank für Deine Antwort.
    Das Prinzip hab ich mir schon etwa so vorgestellt. Ich sehe nur Probleme darin, dass ja die PWM-Frequenz bei allen Reglern unterschiedlich ist und bei einigen auch noch variierte wird. Ich stelle mir das ein wenig schwierig vor. Wenn man sich vorstellt, dass sich das Drehfeld vielleicht mit maximal 80000UpM dreht und die Taktfrequenz im Leerlauf z.B. bei 3kHz liegt, muß man da schon aufpassen.
    Ich hatte überlegt sowas selber zu bauen, vielleicht mit einem retriggerbaren Monoflop das man auf eine Frequenz von vielleicht 2kHz einstellt. Damit könnte man schon zwischen PWM und Kommutierung unterscheiden oder?
    Hat jemand den Schaltplan von so einem Teil oder sollte man vielleicht einfach kaufen?

    Gruß Peter
  4. Holger

    Holger LogView Team

    Hallo Peter,

    aha, ich wusste ja nicht, dass Du bereits so tief in der Materie drinsteckst! :)

    Das mit dem Monoflop käme auf einen Versuch an, könnte klappen.
    Ich selbst habe vor einigen Jahren für einen Eigenbau-Logger das Schaltungsdetail des SpeedyBL-Reglers zur Kommutierungserkennung nachgebaut. Da werden alle drei Phasen angezapft, das Signal tiefpass-gefiltert, ein virtueller Nullpunkt der drei Phasen gebildet und dann eine der drei Phasen mit einem Trigger gegen den Nullpunkt verglichen. Hat gut funktioniert, nur für den Beat und Jazz musste man den Nullpunkt noch 100nF gegen Masse "beruhigen" (C7). Das Signal FRF wurde dann einem ATMega8 zugeführt.
    Andere, erfolgreiche Schaltungen sind mir leider nicht bekannt. Falls Du was findest und positiv testest, halte uns bitte auf dem Laufenden!

    Einfacher ist natürlich kaufen. Aber die käuflich zu erwerbenden und mir bekannten (EagleTree, SM-Modellbau) haben meiner Meinung nach Probleme bei bestimmten Lastwechseln, bei denen sich die PWM stark ändert bzw. extreme Werte annnimmt. Da kommen einfach Fehlimpulse zustande.

    Attached Files:

  5. Hallo Holger.
    Deine Schaltung sieht sehr interessant aus. Viel analogkrams, ist nicht so meine Welt. Vielleicht werde ich einige Elemente daraus übernehmen. Ich will es mal mit dem Monoflop probieren. Viele Wege führen nach Rom. Man könnte ja auch direkt mit einem Mikrocontroller dran gehen und dir Pulszeiten ausmessen. Aber erstmal muß man das Signal auf einen sicheren Pegel kriegen. Mit einem Optokoppler zwischen zwei Motorleitungen mit Strombegrenzung und Überspannungsschutz sollte das schon zu machen sein. Muß nur schnell genug sein.

    Gruß Peter
  6. Holger

    Holger LogView Team

    Viel Erfolg, bin gespannt!

    Gruß, Holger
  7. Man hier im Forum ist ja nicht all zuviel los.
    Ich hab das mit dem Retriggerbaren Monoflop in Form eines 74HC123 mal probiert und kann feststellen, dass das Prinzip auf jeden Fall funktioniert. Ich hab mal ein paar Bilder am Oszi gemacht.
    [​IMG]
    [​IMG]

    Der erste Screenshot zeigt die Schaltung im normalen Betrieb. Gelb ist die Spannung über zwei Motoranschlüssen, rosa der Ausgang vom Optokoppler und grün der Ausgang mit der Drehfeldfrequenz. Mein Regler (Duon Power) pulst mit konstant 8,2KHz. Hätte ich nicht gedacht. Find ich ganz schön doll. Da kommt mein Optokoppler (4N35) langsam an seine Grenzen. Unter ungünstigen Umständen schaltet er nicht schnell genug durch, und der Monoflop wird nicht nachgetriggert. So kann es zu Fehlmessungen kommen. Ich werde es mal mit einem schnelleren Optokoppler probieren. Mehr dazu später.

    Das zweite Bild ist von der Initialisierung des Reglers, irgendeine Musik.
    Gruß Peter
  8. Hier noch ein Foto vom Aufbau. Da der 774123 zwei Monoflops enthält, hab ich gleich zwei Schaltungen aufgebaut. z.B. für Zweimots.

    [​IMG]

    Gruß Peter
  9. Dominik

    Dominik Administrator Staff Member

    Moin Peter,

    Das kann man so nicht sagen. Dies ist ja in erster Linie ein Supportforum. Wenn hier wenig los ist kann das nur bedeuten, das LogView gar nicht mal so übel ist ;)

    Hätte eine Anmerkung zu deinen Bildern. Du kannst die auch direkt ins Forum hier stellen. Könntest du das noch machen? Denn wenn irgendwann die Bilder von deinem Server weg sind haben wir hier nur noch Leichen ...
  10. Hallo,
    und wieder gibt es Neuigkeiten. Die Probleme, die ich mit dem SFH615 ab und zu noch hatte, sind mit dem schnelleren Optokoppler vollständig verschwunden. Verwendet wurde ein 6N137, den es auch in doppelter Ausführung gibt.
    Zur Drehzahlmessung mit dem Mikrocontroller würde ich allerdings nicht die Zeit zwischen den Flanken messen, da die doch erheblich schwankt. Zählen der Flanken pro Zeiteinheit oder die Zeit für bestimmte Flankenanzahl wär wohl genauer.
    Eben habe ich es noch an einem SpeedyBL mit Erfolg testen können.

    Attached Files:

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