Discussion in 'Opencharge' started by HorstM, Jul 18, 2007.

  1. HorstM

    HorstM New Member

    Liebe Leser, ihr werdet mich hassen. Ich habe inzwischen alle Mails zum Thema Opencharge gelesen. Vielleicht zum Hintergrund: Ich habe Elektrotechnik studiert, und meine Diplomarbeit war der Bau eines Schaltreglers mit 1MHz Schaltfrequenz. 5V 20 A Ausgang, nur 100W, aber mit einem 2cm-Ringkern. Ich habe mir das Schaltbild, die Platine, und alles drum herum angesehen und befürchte, daß es immer wieder Probleme geben wird. Ich habe in der Zwischenzeit auch ein grosses Röhrenmessgerät gebaut, auch mit FETs, bis 800V Anodenspannung. Leider ist mir bei der Projektierung eures Projekts einiges aufgefallen - ich habe den Eindruck, dass der Chef-Designer eures Projekts fundierte Elektronik-Kentnisse hat, aber dass es an Erfahrung mit Hochstrom- und FET-Projekten etwas fehlt.

    Die Gates von FETs dürfen NIE mehr als +/- 15V zur Source sehen, und da es dabei um Nanosekunden geht, müssen Gates von Leistungs-FETs IMMER mit Zenerdioden abgesichert werden. Superschnelle Suppressordioden sind dabei nicht nötig, wegen der Gate-Source-Kapazität. Es geht nicht um Pico-, sondern "nur" um Nanosekunden. Aber die Zenerdioden müssen da sein, immer. Glaubt nicht die 20V, die in machen Datenblättern stehen. Die sind oft für den Durchbruchsfall angegeben, mit Gatestrombegrenzung, usw, also für den Katastrophenfall, für den ihr ja nicht vorgesorgt habt.

    Das grösste Problem an eurem Projekt ist jedoch die Masseführung. Es hilft nichts, keine Tricks: Die Messschaltungen für Akkuspannung, -strom usw., die ganze Messelektronik braucht eine komplett separate Masse. Und falls mehrlagige Platinen nicht machbar sind, müssen es 2 separate Platinen sein. Es ist unmöglich, einen Schaltregler, der über 10A schaltet, mit Operationsverstärkern auf eine Platine zu setzen - es sei denn, der Layouter ist ein Gott und weiß schon im voraus, welchen Spannungsabfall die 10A wo auf der Platine hervorrufen werden und wie er sie kompensiert. Falls man es doch so macht, kommen hinterher komische Werte heraus, und man muss jedes einzelne Exemplar einzeln kalibrieren und debuggen.

    Standard sind heute 1% Metallfilmwiderstände: Damit muß jede Schaltung ohne jede Kalibrierung auf Anhieb tun, auf 1% genau, und auch Einstellregler sind damit überflüssig und ein Zeichen dafür, dass irgendwo getrickst wurde. In einer Serienfertigung käme man damit als Entwickler heute nicht mehr durch - es sei denn, man macht Schaltungen für den GHz-Bereich oder ein Messgerät, das im Promille-Bereich genau arbeiten soll.

    Ist denn euer Projekt jemals komplett simuliert worden? Wenigstens die Regelkreise? Mit einem der professionellen PSPICE-Simulatoren wie Orcad? Ich lese da immer von Strom-Überschwingern, wenn man einen Akku anklemmt, usw., P-FETs, die plötzlich umgekehrt betrieben werden sollen.
    Horst
  2. Ralf P.

    Ralf P. New Member

    Hallo Horst,

    zu meiner Vorgeschichte:Ich habe eine Ausbildung zum Elektroinstallateur abgeschlossen ,
    und habe in Elektronikfragen nur sehr begrenzte Kenntnisse.
    Ich habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen musste aber feststellen das er mit deinem letzten fast identisch ist.
    Sicher hast du in den einem oder anderen Punkt recht , aber die Praxis zeigt das der Entwurf von Thomas gut funktioniert.
    Die Probleme die aufgetreten sind lassen sich bei einem privaten Projekt nicht ausschließen ,denn eine Serienfertigung war sicherlich nicht der Anspruch dieses Projektes!
    Ich zumindest habe die Erfahrung gemacht das Thomas mir bei Problemen sehr hilfsbereit und geduldig geholfen hat, obwohl ich oft auch viele Anfängerfragen gestellt habe.


    Ohne die Veröffentlichung des Opencharge Projektes wäre ich wohl nicht zu einem so leistungsfähigen Ladegerät
    gekommen an dem ich auch noch selber herumschrauben kann !:danke:
    Nichts für Ungut , aber statt die selben Punkte ständig zu wiederholen solltest du deine Vorschäge vielleicht in für alle nutzbare Ergebnisse umsetzten.

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